Parkett – ein Rundumüberblick

Wir Österreicher lieben Parkett – und das reflektiert sich auch sehr klar in Zahlen:

In Europa wurden 2024 insgesamt 60 Millionen m2 Parkett verkauft, 6,3 Millionen davon in Österreich – das sind 10%, obwohl die österreichische Bevölkerung nur etwa 1,2% der europäischen Bevölkerung ausmacht. Auch die Produktionszahlen lassen sich sehen, so werden in Österreich jährlich 10,2 Millionen m2 Parkett produziert.

Doch was genau ist Parkett? Welche Arten gibt es? Worauf muss man achten? In diesem Artikel geben wir einen Überblick über alles was man rund um das Thema „Parkett“ wissen sollte.

Verlegearten von Parkett

Genagelt/geschraubt auf Unterboden

Dabei wird das Parkett auf einen Holzunterboden befestigt, der selbst auf der Konstruktion liegt. Dieser Unterboden heißt Blindboden und besteht meistens aus Holzplatten oder Brettern. Das Parkett wird dann auf diesem Blindbogen mechanisch fixiert, sprich vernagelt oder verschraubt.

Geklebt auf Trockenboden

Bei einem Trockenboden handelt es sich um einen vorbereiteten, trockenen Unteraufbau aus Platten, Schüttungen oder Trockenestrich. Je nach gewähltem System wird das Parkett dann vollflächig und mit dem geeigneten Kleber montiert. Entscheidend ist hier, dass der Trockenboden genau zu Kleber und Parkett passt.

Geklebt auf Estrich

Eine Verlegung auf Estrich ist die häufigste Verlegart. Hier ist unbedingt zu beachten, dass der Estrich trocken, eben und sauber ist – vor Verlegung ist unbedingt die Restfeuchte zu überprüfen. Diese Art der Parkettverlegung sorgt für eine gute Wärmeübertragung, sie wird daher sehr gerne bei Vorhandensein einer Fußbodenheizung gewählt.

Schwimmend auf Unterboden

Bei dieser Methode wird das Parkett weder verklebt noch verschraubt mit dem Unterboden. Die einzelnen Elemente werden nur durch ein Klicksystem oder Nut und Feder miteinander verbunden, dadurch kann sich der Boden leicht bewegen und „schwimmt“.

Arten von Parkett

Massivparkett

  • Ein durchgehendes Stück Holz
  • Ist sehr langlebig
  • Muss vollflächig geklebt werden
  • Massivparkett kann aufgrund der Dicke häufiger abgeschliffen werden, was gut für Renovierung und Wartung ist
  • Ist in der Regel teurer in der Anschaffung und der Verlegung
  • Marktanteil von 20%

Mehrschichtparkett

  • Mehrschichtparkett besteht aus einer Nutzschicht, einer Mittellage und einem Gegenzug
  • Verzieht sich bei Klimaschwankungen deutlich weniger
  • Kann meist schwimmend durch Klicksysteme verlegt werden (geht schneller und ist günstiger)
  • Marktanteil von 80%

Wartung

Holz ist ein lebendiger Rohstoff, wo das Quellen und Schwinden nie ganz ausgeschlossen werden kann. Holz ist hygroskopisch, das heißt es gleicht sich an die Umgebungsfeuchte an, bis ein innerlicher Gleichgewichtszustand erreicht ist, das passiert im Normalfall in den ersten beiden Heizperioden, danach ist das Holz stabil. Wie sehr das Parkett dem Quellen und Schwinden ausgesetzt ist, hängt auch davon ab, in welche Faserrichtung und welcher Jahrringlage geschnitten wurde.

Beanspruchungsklassen laut Ö-Norm C2354

Es lassen sich in Bezug auf Parkett 3 Beanspruchungsklassen unterscheiden:

  • Mäßige Beanspruchung (Wohn- & Schlafräume)
  • Starke Beanspruchung (Schulräume, Kindergarten, Vorräume)
  • Besonders starke Beanspruchung (Gaststätten, Verkaufslokale und öffentlich zugängliche Räumlichkeiten)